Kroatien 2016

 

Für diese Tage hatte uns Björn Kufahl vom Reisesercive der SPD zum 12. Frühlingstreffen nach Tucepi an die Makarska-Riviera eingeladen. Wieder sind mehrere Hundert Genossinnen und Genossen und sicher auch viele Freundinnen und Freunde dieser Einladung unserer Partei gefolgt.

Flugzeuge haben uns von neun verschiedenen Flughäfen Deutschlands aus bei bestem Wetter nach Split gebracht. Dort standen die Busse für die Fahrt nach Tucepi bereit. Je weiter wir uns dem dortigen Hotel näherten, desto mehr trübte sich der Himmel ein bis es schließlich heftig regnete.

Das Frühstück und das Abendessen wurden für uns jeweils am Büffet vorbereitet. Es blieb, glauben wir, kein Wunsch offen.

So findet die Makarska-Rundfahrt im Regen statt. Wir werden vom kroatischen Reiseleiter Michael begleitet, der ein hervorragendes Deutsch spricht. Von ihm erfahren wir eine Menge über die Geschichte, die Geographie und die Lebensverhältnisse der einheimischen Bevölkerung.

Abends findet in Imotski das obligatorische Frühlingsfest statt. In einem Hotel werden wir von Kindern in traditioneller Tracht mit einem freundlichen „Guten Abend“ begrüßt. Jeder bekommt dann einen „Sljivovica“. Wir werden mit viel Folklore, gutem Wein und reichlichem Abendessen verwöhnt.

Anderntags ist die Fahrt nach Mostar vorgesehen. Unser Bus-Reiseleiter Kalle Mühe verliest die Namen und fragt, ob auch jeder seinen Ausweis oder Reisepass eingesteckt hat; denn wir verlassen Kroatien und reisen nach Bosnien-Herzegowina ein. Dort sehen wir die berühmte Brücke über die Naretwa. Sie wurde 1993 durch kroatische Artillerie zerstört und als Weltkulturerbe Stein für Stein wieder aufgebaut.

Wir wussten vorher nicht, dass wir zu einem Vortrag von Michael Weichert, dem Residenten der Friedrich-Ebert-Stiftung in Sarajewo ins Hotel ERO gebeten wurden. Es handelte sich um das Hotel, in dem 1994 ein Anschlag auf Hans Koschnik verübt worden war. Hans Koschnik war gerade fünf Tage vorher gestorben. Das hat uns alle sehr berührt.

Am Dienstag, dem 26. April, zeigte sich der Himmel in wunderbarem Blau, und wir konnten die vorgelagerten Inseln gut erkennen. Auf den Bergen lag der Schnee, und die Luft war noch recht kühl. Unser Ziel hieß Split und Trogir. In Split führte uns Michael zunächst in den überwältigend großen Palast des römischen Kaisers Diokletian. Um den Palast herum hat sich die Altstadtstadt von Split gebildet. Heutzutage gehört der Palast zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Trogir, dessen Altstadt auf der Insel Ciovo liegt, erreichen wir über eine kleine Brücke. Besonders auffällig ist der Turm der St.-Laurentius-Kathedrale. Jedes der drei Geschosse ist in einem anderen Baustil ausgeführt worden. Gleich daneben steht die Venezianische Loggia aus dem 15. Jahrhundert.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Altstadt von Dubrovnik. Auf der Fahrt dorthin mussten wir im Bereich der Naretwa für ein paar Kilometer Bosnien-Herzegowina queren. Die Einfahrt in die Stadt ist eng, und es gibt nur einen einzigen Zugang über eine schmale Brücke in die „Perle der Adria“. Die Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. In der Nähe des alten Hafens steht der eindrucksvolle Rektorenpalast, der heute das Kunsthistorische Museum beherbergt. Die Hauptstraße Stradun mit dem Roland ist jetzt schon, obwohl die Hauptsaison noch nicht begonnen hat, von vielen Touristen belebt. Dubrovnik war ein großes Erlebnis!

Eine weitere spannende Erfahrung ist der „Politische Vormittag“ mit Kurt Beck. Er spricht davon, dass er als Kind am Westwall groß geworden ist, und wir nun seit 71 Jahren im Frieden leben. Dass es so ist und dass es uns wirtschaftlich gut geht, müssen wir immer wieder betonen und unserer Jugend deutlich sagen. Wir müssen aber auch betonen, dass Leute, die die Rente mit 70 wollen, keine Ahnung von richtiger Arbeit haben. Zwei weitere wichtige Aussagen aus seinem Referat sind: „Leute belügen ist das Schlimmste, was man machen kann“ und „Eigentum verpflichtet“. Damit sind diejenigen gemeint, die ihren Reichtum nach Panama schaffen. Kurt Beck wird richtig zornig und sagt: “Das muss ein Ende haben, national, europaweit und international.“ Er spricht natürlich noch weitere Themen an und es entwickelt sich nach dem Referat eine gute Diskussion. Ein lange anhaltender Applaus beendet diesen Vormittag.

Der vorletzte Tag in Tucepi ist ein freier Tag, den einige zu einem zusätzlichen Ausflug an die Plitvicer Seen nutzen, und abends wird in unserem Hotel der Abschied gefeiert. Auch hier werden wir wieder von viel Folklore überrascht und können uns am Büffet mit ausgesuchten Speisen bedienen. Wasser und Wein steht für alle auf dem Tisch. Spät am Abend verabschieden wir uns von Freunden.

Eine ereignisreiche Woche ist zu Ende, und morgen fliegen wir wieder nach Hause.

Ob wir uns im nächsten Jahr in Kalabrien wieder sehen?